Showbericht

Die Card der dritten Ausgabe von King of Switzerland versprach bereits einen denkwürdigen Abend und sorgte für Vorfreude unter den Anwesenden. Diese wurde nur noch vergrössert, als Steffen Semmet die Show eröffnete und bekanntgab, dass die SWE nächstes Jahr nicht nur ihre Anzahl an Events erhöhen, sondern erstmals auch andere Locations als den Sternensaal aufsuchen würde. Die Ankündigung wurde mit Begeisterung aufgenommen, doch nun hiess es erstmal: Ring frei für die Teilnehmer des ersten Matches von King of Switzerland III!

 

Match #1: SWE-Tag-Team-Championship

Nacho Libres besiegen die Banggang (Patrick Schulz und Peter White) (c)

Nachdem Schulz und White bei Resurrection im Mai dank einer Disqualifikation ihre Titel behalten konnten, gelang es den beiden Luchadors Sancho und Pancho diesmal, sich das ersehnte Gold zu holen. Nach einem turbulenten Match misslang Peter White ein Splash vom obersten Seil, worauf der Österreicher gepinnt werden konnte. Natürlich nicht unbedingt zur Freude seines Tag-Team-Partners: Schulz bedachte White nach dem Match mit einigen bösen Blicken und verliess den Saal alleine.

Match #2: Fatal 4-Way

Diablo besiegt Pascal Spalter, Hakeem Waqur und Al Snow

Das Match hielt, was es versprach und zeigte uns einen irren Al Snow, der natürlich Head mitgebracht hatte und sich zeitweise sogar mit Pascal Spalter verbündete. Als es um den Pin ging, war allerdings auch zwischen den beiden jegliche Freundschaft vergessen – tut mir leid, meine Herren, Double Pins gehen in einem Fatal 4-Way nun mal nicht.

Die Entscheidung wurde dann ausgerechnet durch Spalters Erzfeind Crazy Sexy Mike herbeigeführt, der plötzlich auf der Eintrittsrampe stand. Irritiert wandte Spalter sich seinem ehemaligen Partner zu und gab Diablo somit die Gelegenheit zu einem Roll-Up-Pin. Nach dem Match wurde der Berliner erneut von Diablo und Waqur attackiert, worauf Al Snow ihm zu Hilfe kam – das letzte Lachen gehörte somit dann doch noch Spalter und Snow.

Match #3: SWE-Ladies-Championship

Alpha Female besiegt Laura Wellings (c)

Alpha Female sorgte für den zweiten Titelwechsel des Abends, als sie nach einer dominanten Leistung Ladies-Champion Laura Wellings pinnte. Die junge Schweizerin kämpfe zwar tapfer, doch alles Durchhaltevermögen, das sie an den Tag legte, reichte schliesslich doch nicht, um die grössere, kräftigere Alpha Female zu besiegen.

Match #4: SWE- Championship

Michael Kovac (c) besiegt Drake Destroyer

Im letzten Match vor der Pause stand der wichtigste Männertitel der SWE auf dem Spiel und dementsprechend waren hier auch zwei Schwergewichte am Werk. Gleich in mehrfacher Hinsicht sorgte das Titelmatch für ordentlichen Lärm: einerseits durch die Wucht, mit der die beiden Brocken sich immer wieder auf die Matte schmetterten, andererseits durch die Publikumsreaktionen, die insbesondere Michael Kovac hervorrief – vorwiegend negative, wohlbemerkt. Diese fanden ihren Höhepunkt, als Drake Destroyer Kovac eigentlich für den Three-Count gepinnt hatte, Ringrichter Siggi jedoch ausgeknockt im Ring lag. Das Ende vom Lied: Drake versuchte, Siggi aufzuwecken, Kovac nutzte die Situation und führte einen unerlaubten Low-Blow aus, womit er sich schliesslich den Sieg sicherte und seinen Titel erfolgreich – wenn auch nicht auf wirklich sportliche Weise – verteidigte.

Nach dem Match blieb Drake eine Weile frustriert zurück, was Steffen Semmet dazu veranlasste, zwei SWE-Crewmitglieder zur moralischen Unterstützung in den Ring zu schicken. Dies wurde von Drake dankbar aufgenommen und die Situation schien halb so dramatisch – bis sich die Ereignisse auf einmal überschlugen:

Das Licht ging aus, Donner ertönte und eine unbekannte, ganz in schwarz gekleidete Dame betrat den Saal. Ohne zu zögern ging sie auf Drake zu, der sie wie gebannt betrachtete und beinahe hypnotisiert wirkte. Die Unbekannte flüsterte ihm etwas zu, ging einige Schritte zurück – worauf Drake ohne Vorwarnung die beiden hilflos dastehenden Crewmitglieder unter Buhrufen attackierte. Ein komplett unentschuldbares Verhalten, für das wir nach wie vor keine Erklärung haben. Wir hoffen, dass die Identität der fremden Dame bald bekannt wird.

Ringsprecher Luther hatte ganz recht, als er meinte, dass auf diesen Schock eine Pause nötig sei, bevor es dann mit den letzten beiden Matches weiterging.

Match #5: #1-Contender für die KOS-Championship

Matt Cross besiegt Chris Andrews

Es war eines dieser Matches, bei denen bereits im Vorfeld das Potential für Grosses vorhanden ist. Was Matt Cross und Chris Andrews am Freitag gezeigt haben, war aber nicht nur gross, sondern eines der bisher besten SWE-Matches überhaupt. Die Stimmung war atemberaubend, der ganze Sternensaal auf den Beinen und der Lautstärkepegel kontinuierlich am Anschlag, als die beiden Athleten sich einen Kampf der Extraklasse lieferten. Sportlichkeit und Fairness standen hier im Zentrum, keiner der beiden liess sich zu eventuellen unerlaubten Kniffen hinreissen. Stattdessen wurden Dives, Moonsaults und andere spektakuläre Aktionen wie ein Kugelfeuer auf das anwesende Publikum losgelassen. Matt Cross sicherte sich am Ende den Sieg und wird daher im Dezember auf den Sieger des TLC-Matches treffen, doch nach der Entscheidung war dies beinahe zweitrangig. Was zählte, war die unglaubliche Leistung die, sowohl Cross als auch Andrews gerade gezeigt hatten. Und als schliesslich beide nach einem Handshake mit erhobenen Armen im Ring standen, war die Gänsehaut komplett.

Luther und Kommentator Thommy Pain konnten sich nach diesem Schauspiel kaum mehr erholen, doch nun stand der Main Event an. Und der hatte es in sich.

 

Match #6: King-of-Switzerland-Championship TLC-Match

Maik Tuga besiegt „Bad Bones“ John Klinger (c), Absolute Andy, Chris Colen, Crazy Sexy Mike und Syndrome

Ja, die Stühle flogen, ja, die Leitern stürzten, ja, die Tische zerbrachen (gleich zweimal durch Syndrome). Die sechs Männer lieferten sich eine wahre Schlacht, bei der mit dem Equipment und den eigenen Körpern nicht gerade zimperlich umgegangen wurde. Stattdessen schleuderte man sich schonungslos die Möbel um die Ohren, bis jeder eventuelle Störenfried unfähig war, den letztendlichen Sieger – Maik Tuga – von der Leiter zu holen.

Zunächst erwischte es Crazy Sexy Mike. Eigentlich hatte er das Match so gut wie gewonnen, doch als er auf der Leiter stand, stürmte auf einmal Pascal Spalter in den Ring und rächte sich für seine Niederlage kurz zuvor. Rasend vor Wut zerrte er Mike von der Leiter und aus dem Ring. Die beiden Streithähne prügelten sich bis in den Backstage-Bereich und Crazy Sexy Mike wurde in dem Match nicht mehr gesehen. Auch John Klinger bekam den Schluss nicht mit – nach einem schmerzhaften Aufprall auf die Matte verletzte sich der „Best in Europe“ derart, dass er nur noch ächzen konnte und schliesslich von der Crew ebenfalls backstage gebracht werden musste.

 

 

 

Der Sieg gehörte – wie schon erwähnt – schliesslich Maik Tuga, der es nach der ganzen Materialschlacht schaffte, die Leiter zu erklimmen und sich den Gürtel zu schnappen. Tuga wird somit im Dezember bei Before the Storm auf Matt Cross treffen – weshalb dieser es sich auch nicht nehmen liess, am Ende der Show nochmal den Ring zu betreten und Tuga zu gratulieren. Somit endete King of Switzerland mit den feiernden Matt Cross und Maik Tuga – ein passendes Bild, das einmal mehr die Aufregung hervorrief, die dem anwesenden Publikum bereits den ganzen Abend lang ein wohliges Gefühl beschert hatte.